Forschung & Projekte

Aktuelle Projekte

Restaurierung der Kleinen Stube, neue Lichttechnik und Bestuhlung im Bauernmuseum Zabeltitz (hier klicken)

Mit Fördermitteln des Soforthilfeprogramms "Heimatmuseen & Landwirtschaftliche Museen" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kann das Bauernmuseum Zabeltitz drei wichtige Projekte realisieren: Die Restaurierung der Kleinen Stube im Wohnstallhaus, eine neue Beleuchtung mit hochwertigen LED-Strahlern im Ausstellungsraum des Seitengebäudes und eine neue Bestuhlung. "Sie leisten eine wertvolle Arbeit für die Vielfalt auf dem Land. Dafür wünschen wir viel Erfolg", schrieb Ministerin Julia Klöckner. Die größte Summe fließt in die denkmalgerechte Wiederherstellung der Kleinen Stube. Bei Voruntersuchungen wurden mehrere Wandfassungen mit Schablonendekoren aus der Zeit um 1900 freigelegt. Sie sollen zum Teil als Originalbefund erhalten werden. In Abstimmung mit der Denkmalpflege erhält die Stube außerdem einen neuen Holzdielenboden, Fenster und Türen werden restauriert. "Wir freuen uns über einen weiteren Schritt zur Modernisierung des Museums", betont Museumsleiter Dr. Jens Schulze-Forster. Die Arbeiten sollen bis Ende 2021 abgeschlossen werden.Gefördert von der Beauftragten für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

                

 

PRSKR2021 (hier klicken)

Am 15. April 2021 jährt sich der Todestag von Karl Benjamin Preusker zum 150. Mal. Aus diesem Anlass soll sein Wirken ins 21. Jahrhundert übersetzt werden. Seine Hand- und Druckschriften im Museum Alte Lateinschule sollen erstmals erfasst, digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht werden. In der Ausstellung "Preuskers Welt" zoomen wir auf die biedermeierliche Großenhainer Gesellschaft, auf Personen, Orte und Institutionen der "Preuskerzeit". Wir besuchen die Stadtschule, wo 1828 die bahnbrechende "Schulbibliothek" aus der Taufe gehoben wurde, lernen Superintendent Hering. Stadtschulrektor Kühn und Dr. Emil Reiniger kennen. Archäologische Funde aus der Stadtschule, Schulhefte, Briefe und andere Zeugnisse machen die Zeit unmittelbar greifbar. Willkommen in Preuskers Welt!

Mitarbeit: Christa Maria Richter M.A., Kathrin Bielmeier M.A.
Abbildung: C.F. Heise, aquarellierte Großenhainer Stadtansicht, Freundschafttsalbum von G.G. Petzsch, 1829

Bauernmuseum Zabeltitz. Archivforschungen zur Hof- und Familiengeschichte< (hier klicken)

Der Dreiseithof des heutigen Bauernmuseums hat eine 200-jährige Geschichte. Diese zu erforschen und zu erzählen, ist Aufgabe des Museums. Wer lebte dort? Wie veränderte sich das bäuerliche Leben auf dem Hof im Verlauf des 19./20. Jahrhunderts? Welche Auswirkungen hatten Kriege, Krisen und wechselnde politische Systeme? 2019 wurde damit begonnen, die Quellen im Hauptstaatsarchiv Dresden zu erschließen. 2020 wurden die Kirchen- und Grundbücher sowie die gedruckten Adressbücher ausgewertet. Die Biographien, Namen und Ereignisse sind wichtige Grundlage für die weitere museale Gestaltung des Hofes. Die Erkenntnisse zur Zeit der Familie Händel (1901-1930) flossen in den neuen Audioguide ein. Zugleich wird ein wichtiges Stück regionaler Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sichtbar.
Unterbelichtet ist noch die Gründungs- und Frühzeit des Hofes unter Johann Friedrich Naumann (1811 bis 1841). Sobald die Pandemie es erlaubt, soll 2021 die Arbeit an dieser Stelle fortgesetzt werden.
Projekzeitraum: 2019-2022
Mitarbeit: Christa Maria Richter M.A., Holger Knaak M.A.
Abbildung: Wilhelm und Anna Händel (Mitte) vor dem Hof (um 1920), Museum Alte Lateinschule)

Schulgeschichten. Erschließung der Handschriftenfunde aus der Großenhainer Stadtschule

Die Mauern des heutigen Museum bewahren einen bemerkenswerten Schatz. Schon die bedeutende Großenhainer Lateinschule des späten Mittelalters ist auf dem Grundstück zu verorten. 1828 wurde hier mit der Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek auf Initiative von Emil Reiniger und Karl Preusker die moderne "Stadtbibliothek" als Ort des Lernens und der Information erfunden.
Bei der Sanierung wurden 1992 unter den Dielen rund 100 Fragmente von Schulheften gefunden. Die Schreib- und Rechenübungen, lateinischen und griechischen Texte reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, die Mehrzahl datiert in das frühe 19. Jahrhundert. Sie eröffnen aber einen spektakulären Einblick in den Schulalltag im 18. /19. Jahrhundert und in die Kontexte von Preuskers Wirken für Bildung und sozialen Fortschritt. Die Schriftstücke werden deshalb im Rahmen eines von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen geförderten Projekts katalogisiert, digitalisiert und auf der Plattform Museum digital veröffentlicht.
Mitarbeit: Christa Maria Richter M.A.
Abbildung: Schreibheft (Bibel), Titelblatt: BIBLIA für Emil Wurach in Großenhain, den 3. November 1836
 

Kurt Globig, Mein Leben. Vorlage der Autobiographie (hier klicken)

Der Maler Kurt Globig (1895-1965) ist mit seinen Bildern einer der wichtigsten Großenhainer Chronisten des 20. Jahrhunderts. 2019 hat die Familie Globig dankenswerterweise die Originalhefte mit seinen handschriftlichen Erinnerungen dem Museum zugänglich gemacht. 1895 am Hauptmarkt geboren schildert er in seiner Autobiographie Elternhaus und  Schulzeit in Großenhain, die Ausbildung in Dresden, seine Malreisen nach Süddeutschland und die Wirrnisse zweier Weltkriege. Lebendig und empathisch beschreibt er die bürgerliche Lebenswelt im Spiel der Zeitläufte vom Kaiserreich bis in die Nachkriegszeit. Im Rahmen des Projekts werden die Aufzeichnungen digitalisiert und transkribiert. 2022, 50 Jahre nach seinem Tod, soll eine kommentierte und bebilderte Textedition erscheinen.
Mitarbeit: Chrsita Maria Richter M.A.. Jutta Reiß M.A.
Projektzeitraum 2021-2022
Abbildung: Kurt Globigs Elternhaus Marktgasse 1 (um 1900), Selbstporträt 1939

museum-digital. Die Großenhainer Sammlung im Internet (hier klicken)

Museumsobjekte kostenfrei und auf einfache Weise ins Internet zu bringen, ist Ziel der deutschlandweiten Plattform Museum-Digital. Seit 2020 ist auch das Museum Alte Lateinschule dabei. Den Anfang machte die Archäologie-Sammlung. Die veröffentlichten Objekte der Sammlung Preusker und der Sammlung des Museumsgründers Cal Henn gehören zur sammlungsgeschichtlichen DNA des Museums. Fortlaufend sollen weitere ausgesuchte Sammlungsteile veröffentlicht werden. Die Auswahl wird sich dabei an den aktuellen Ausstellungen und Sammlungsprojekten orientieren.

Projektzeitaum: seit 2020
Fachliche Begleitung: Sächische Landesstelle für Museumswesen

 

Abgeschlossene Projekte

Neuer Empfang und Informationstafeln im Bauernmuseum Zabeltitz (hier klicken)

In der Stube des Auszugshauses sollen die Besucher zukünftig ihren Museumsrundgang starten. Hier entsteht ein zeitgemäßer Empfangstresen für den Ticketverkauf und Infomation. Die historische Wandbemalung und Möblierung wird dabei so weit erhalten, dass die ehemalige Funktion der Wohnstube weiterhin erfahrbar ist und eine Verbindung zwischen alt und neu geschaffen wird. Im Obergeschoss wird ein bemalter Bauernschrank aus dem Jahr 1839 die Langlebigkeit des Inventars im Altenteil demonstrieren.
Im Außengelände sollen fünf neue Stelen die Gäste über die Hofgebäude, deren Geschichte und Bedeutung informieren. Die Texte werden auch in Leichter Sprache angeboten.
Zum Hoffest am 13. September 2020 wurden der neue Empfang und die Tafeln durch den Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach der Öffentlichkeit übergeben.
Projektzeitraum: 2019-2020
 
Das Vorhaben wurde durch das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020 (EPLR) gefördert.  Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

 
 

Neue Ausstellungsbeleuchtung

Unterstützt durch Investitionsmittel des Freistaats Sachsen und des Kulturraums Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts erstrahlen die Erdgeschossräume des Museums Alte Lateinschule in neuem Licht . Angeschafft wurden moderne ERCO LED-Strahler, die dimmbar sind und daher individuell abgestimmte Inszenierungen erlauben. Auch empfindliche Objekte können optimal ausgeleuchtet werden. Die langlebigen energieeffizienten Strahler sind gleichzeitig eine Zukunftsinvestition für mehr Nachhaltigkeit.
 
Projektzeitraum: 2020-21
Umsetzung: Dipl.-Des. Jürgen Bretschneider
 

Restaurierung des Zschilleschen Familienporträts (hier klicken)

Es ist das wichtigste Ölgemälde der Großenhainer Sammlung: Das Porträt der Fabrikantenfamilie Richard Zschille. In großbürgerlicher Pose präsentiert sich die sechsköpfige Familie vor einem historisierenden Interieur. Die Heirat mit der Tochter des Chemnitzer Lokomotivenkönigs Richard Hartmann hatte den Tuchfabrikanten zum Millionenerben gemacht. Das großformatige Bild mit dem reich verzierten Rokoko-Rahmen ist Ausdruck des mondänen Lebensstils. Der preußische Hofmaler Rudolf Wimmer war erste Wahl für derartige Portäts des Hoch- und Geldadels der Kaiserzeit.
136 Jahre nach seiner Entstehung erstrahlt das Gemälde nun in neuem Glanz. Bei der aufwendigen Restaurierung wurde der alte verbräunte Firnis abgenommen. Zum Vorschein kamen leuchtende Farben und die ganze künstlerische Qualität der Arbeit: feine Stoffe, lebhafte Gesichter und das Rauminterieur mit einer figürlich verzierten Holzvertäfelung (oder einem Schrank?) im Hintergrund. Risse in der Leinwand wurden geschlossen und sorgfältig retuschiert. Eine besondere Herausforderung war der reich ornamentierte Schmuckrahmen. Fehlstellen wurden ergänzt und neu bemalt. Die Restaurierung wurde vom Freistaat Sachsen mitfinanziert und durch die Sächische Landesstelle für Museumswesen fachlich unterstützt. Der Wunsch ist jetzt, das Gemälde zukünftig in einer neu gestalteten Daueraustellung zusammen mit der spannenden Geschichte seines ehemaligen Besitzers, von dessen legendärer Kunstsammlung in Großenhain nur die Villa und dieses Porträt geblieben sind, dauerhaft einem großen Publikum zeigen zu können.
 
Projektzeitraum: 2020
Restaurierung; Dipl.-Rest. Claudia Hartwich
Fachliche Begleitung: Tom Frisch, Sächische Landesstelle für Museumswesen

Restaurierung historischer Türen der Großenhainer Stadtschule (hier klicken)

Die beiden historischen Türen zum Karzer und der Kammer im Erdgeschoss des Museum Alte Lateinschule haben bislang keine Beachtung erfahren. Die bogenförmigen Brettertüren besitzen handgeschmiedete Eisenbeschläge, ein rundes Guckloch und einfache Schlösser. Bei der Sanierung wurden sie modern grau lackiert. Offenkundig gehören sie zur alten Ausstattung der 1746 wieder aufgebauten Stadtschule und haben die Geschichte des Hauses, Preuskers Bibliothek und Sonntagsschule, Museumsgründung usw. miterlebt. Die Karzertür sollte deshalb auf alte Farbfassungen und Bemalungen untersucht sowie dendrochronologisch datiert werden.
Unter der rezenten grauen Lackierung wurden an der Außenseite zwei ältere Farbfassungen erkannt und partiell wieder sichtbar gemacht.: eine älteste braune Fassung mit schwarz abgesetzter Bodenpartie sowie eine jüngere rosa Bemalung. Innen war die Tür unbemalt, also holzsichtig. Die etwa 30 Jahre umfassende Dendrokurve der Fichtentür ließ sich bislang nicht in bekannte Kurven einhängen. Die Datierung muss deshalb offen bleiben. Möglicherweise kann über Türen im Dachboden die Kurve erweitert werden.
Projektzeitraum: 2020
Restaurierung: Dipl.-Rest. Kati Böckelmann, Bretnig.Hauswalde (Foto K. Böckelmann)
Dendruchronologie: M. Grajcarek, Dendrolabor Bamberg