Aktuelles

30 Jahre ist es her, dass sich das Leben in Ostdeutschland fast von einem Tag auf den anderen völlig veränderte: neues Geld, neue Autos, neue Parlamente, neuer Staat. Das Museum erinnert jetzt in einer neuen Doppelausstellung an den historischen Umbruch. Die Plakatausstellung der bundesdeutschen Stiftung Aufarbeitung erzählt die gesamtdeutsche Entwicklung 1989–1990: die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen, die Massenflucht im Sommer und die Massenproteste im Herbst, die zum Mauerfall führten. Sie berichtet von der Selbstdemokratisierung der DDR und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur deutschen Wiedervereinigung. Die Ausstellung ist auch hervorragend für den Schulunterricht geeignet. Es gibt eigenes Unterrichtsmaterial und eine Handreichung für Lehrer.

 

Das Museum hat die Ausstellung erweitert und erzählt die Großenhainer Geschichte: die Abrüstung des Panzerregiments, das Solaris-Konzert in der Marienkirche am 26. Oktober, die Donnerstags-Demonstrationen, die Gründung des Neuen Forums, Flugplatz-Proteste, Einführung der D-Mark und die ersten freien Wahlen. Zu sehen sind die Transparente mit den Forderungen nach freien Wahlen und ökologischer Erneuerung, die alten und neuen Straßennamen (Dr-.-Salvador-Allende-Straße, Öhringer Straße), (Vita-) Cola Ost und (Coca-) Cola West. Eine eigene Vitrine ist der Einführung der D-Mark gewidmet. Das Archiv der Ostdeutschen Sparkassenverbands hat dazu Geldsätze Ost und West und Dokumente zur Verfügung gestellt, die den organisatorischen Kraftakt des Geldumtauschs beleuchten. Im Museumskino läuft der Großenhainer „Wendefilm“ mit den bewegenden Aufnahmen der Protestdemos im Herbst 1989.

„Die Kindermuseumsführer*innen von Großenhain“: Kinderprojekt geht weiter

 

Das Museum Alte Lateinschule hat grünes Licht für die Fortführung seines Projekts „Die Kindermuseumsführer*innen“ von Großenhain“ erhalten. Bis September 2021 stehen bis zu 28.000 € für die Museumspädagogik zur Verfügung. Im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark“ haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutsche Museumsbund seit 2019 insgesamt 70.000 € für Großenhain bewilligt. Nun hoffen alle Beteiligten, dass das Projekt für Schüler von 7 bis 12 Jahren nach den Sommerferien am Donnerstagnachmittag wieder regelmäßig im Museum stattfinden kann.

 

Wertvolles Zschille-Porträt wird restauriert

 

Viele Jahre hing das prunkvolle Gemälde in der Zschille-Villa Mozart-Allee 123 und repräsentierte den Reichtum des Fabrikanten und Sammlers Richard Zschille (1847–1903). Die weltberühmte Zschille-Sammlung ist in den Museen der Welt zerstreut, nur das Familienporträt kam auf glücklichen Wegen 1935 nach Großenhain zurück. Das Bild des preußische Hofmalers und königlich-bayerischen Professors Rudolph Wimmer (1849–1915) ist eines der wichtigsten Stücke der Museumssammlung und soll deshalb fachgerecht restauriert werden. Der Freistaat Sachsen unterstützt Großenhain dabei mit über 7500,00 €. Im Juni reiste das Gemälde gut verpackt in die Werkstatt der Dipl.-Restauratorin Claudia Hartwich nach Dresden. Nach vollendeter Restaurierung soll es 2021 der Öffentlichkeit in einer temporären Ausstellung präsentiert werden. Wunsch ist es, das 2,70 x 1,80 m große Prunkstück in einer neuen Dauerausstellung dauerhaft dem Publikum zeigen zu können.

 

Bauernmuseum Zabeltitz

 

Das Bauernmuseum Zabeltitz ist wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Die Besucher sind weiterhin gebeten, in den Räumen eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen sowie die Abstands- und Zutrittsregeln zu beachten. Bitte sprechen Sie uns bei Gruppenbesuchen rechtzeitig an (Telefon 03522 304-174), um Ihren Aufenthalt im Bauernmuseum so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

gez. J. Schulze-Forster