Aktuelles

Zum diesjährigen Bauernmarkt gibt es gleich drei aktuelle Ausstellungen und Wissenwertes zum Thema Getreide zu entdecken. In der Foyerausstellung „Glanz der Gründerzeit – Zschille frisch restauriert“ wird das wertvollste Gemälde der Großenhainer Sammlung präsentiert: das Familienporträt des Tuchfabrikanten Richard Zschille. 2020 wurde das sonst im Depot verborgene Meisterwerk des preußischen Hofmalers Rudolf Wimmer mit Fördermitteln des Freistaats aufwendig restauriert und glänzt nun in alter Pracht. Auf der Medienstation können sich die Besucher über die Restaurierung und den spannenden geschichtlichen Kontext des Ölgemäldes informieren. Als Sammler alter Waffen, Keramiken und wertvoller Bestecke war Richard Zschille seinerzeit in der Kunstwelt weltbekannt. 1884 ließ er sich vom Münchner „Starmaler“ Wimmer mit seiner Familie stolz porträtieren. Bis 1900 hing das Gemälde in der Zschille-Villa in der heutigen Mozartalle. Der finanzielle Ruin kostete Zschille Haus und Sammlungen. 1939 schenkten die Nachkommen das Gemälde dem Großenhainer Museum, wo es an die glanzvolle Gründerzeit und den Reichtum der Großenhainer Tuchfabrikanten erinnert.

Welches Getreide ist das? Wodurch unterscheiden sich Weizen, Gerste, Roggen und welche Lebensmittel werden daraus hergestellt? Zum Bauernmarkt (und Erntedankfest!) können Jung und Alt im Hof des Museums ihr Wissen testen. Ab 11:00 Uhr geht´s los.

Um 13:00 Uhr öffnet das Bauernmarkt-Café des Fördervereins Museum Alte Lateinschule e.V. auf dem Kirchplatz. Wie immer gibt es Kaffee und hausgemachten Kuchen zum günstigen Preis. Auch diesmal dienen die Einnahmen einem guten Zweck. Sie kommen der Restaurierung des silbernen Pokals zugute, mit dem der Dresdner Gewerbeverein 1866 Karl Preuskers Wirken für die Gewerbebildung würdigte.

„Nicht noch einmal Großenhain – Festzüge anlässlich Stadtjubiläen in der DDR im Spiegel der frühen SED-Kulturpolitik“. Vortrag am 21. September, 18:00 Uhr, im Museum Alte Lateinschule

„Nicht noch einmal Großenhain“ hieß es von offizieller Seite nach der 1000-Jahrfeier in Großenhain. Vor allem der Festzug war Stein des Anstoßes. Die SED-Ideologen wünschten sich weniger Folklore, vielmehr sollten die Aufzüge der sozialistischen Erziehung und dem „richtigen“ Geschichtsbild dienen. Der Historiker Daniel Fischer M. Ed. (Dresden) blickt in seinem Vortrag ausgehend von „1000 Jahre Großenhain“ auf die Festzüge anlässlich der DDR-Stadtjubiläen. Gefragt wird nach den Ursprüngen des historischen Festzugs und dessen Bedeutung, nach den kulturpolitischen Absichten in der frühen DDR sowie den Entwicklungen darüber hinaus. An Fallbeispielen aus Großenhain, Zittau, Dresden, Neugersdorf oder Leipzig lassen sich dabei parteipolitische Eingriffe, städtisches Beharrungsvermögen sowie einige Kuriositäten aufzeigen.

Daniel Fischer studierte Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Technischen Universität Dresden. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit  Stadtjubiläen in der DDR zwischen kommunaler Selbstdarstellung und Parteipolitik. Er ist im Fachreferat für sächsische Landeskunde an der Sächsischen Landesbibliothek tätig.

Bitte beachten Sie die begrenzte Teilnehmerzahl und die geltenden Hygieneregeln. Für den Besuch ist der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines tagesaktuellen negativen Corona-Tests nötig. Anmeldung unter 03522 304-174.

Dienstag, den 21. September, 18:00 Uhr

Museum Alte Lateinschule, Kirchplatz 4, 01558 Großenhain

Eintritt 2,00 €, ermäßigt 1,50

 

Gez. Schulze-Forster